27.9.—2.10.2022

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​„Abermals war eine Zeit zu Ende, abermals begann eine neue Zeit“, schreibt Stefan Zweig in ​„Die Welt von Gestern“ über seine Erfahrung des 1. September 1939. Heute sind wir wieder an so einem Punkt, der die Geschichte in ein Davor und Danach teilt. Von einer Zeitenwende ist die Rede. Die Welt scheint aus den Fugen.

Die russische Invasion in der Ukraine hat den Krieg zurückgebracht nach Europa. Bombenterror, Kriegsverbrechen, Deportation schienen Kapitel aus der Vergangenheit – und sind plötzlich die Realität unserer Tage. Eine Welt, die immer noch mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu kämpfen hat, sieht sich mit neuen grundsätzlichen Fragen und Unsicherheiten konfrontiert. Energie- und Lebensmittelpreise schießen durch die Decke, das soziale Gefüge der Gesellschaft ist bedroht. Auch die politische Unsicherheit wächst: die Euphorie vom „Ende der Geschichte“ ist verpufft, Liberalismus und Demokratie werden mancherorts grundsätzlich in Frage gestellt.  

 

​Was werden die Langzeitfolgen dieser Zeitenwende sein? Demokratie, sozialer Fortschritt, die globale Sicherheitsarchitektur – alles scheint auf dem Spiel zu stehen. Die Einheit des Westens zeigt erste Risse. Betroffen ist auch der Globale Süden: Durch das Ungleichgewicht der politischen und ökonomischen Macht drohen neue Migrationsströme, Hungersnöte, Unruhen. Auch die Folgen des Klimawandels betreffen stärker die ärmeren Menschen. Wir brauchen ein neues Denken und neue Ideen, um den globalen Herausforderungen auch technologisch begegnen zu können.

 

Das Vienna Humanities Festival widmet sich grundsätzlichen Fragen unserer Zeit: Was können wir aus der Geschichte lernen? Wie hilft uns die Philosophie in diesen Zeiten der Unsicherheit? Was wissen Literatur und die Künste über die Bewältigung solcher Krisen? Und was definiert überhaupt das Menschsein in Zeiten einer rasch fortschreitenden Technologisierung und Digitalisierung unseres Lebens?

Das Festival versammelt einige der besten Köpfe unserer Zeit für ein intensives Wochenende und lädt zu inspirierenden Debatten über die globalen Herausforderungen in dieser neuen Zeit der Unsicherheit.

“Yet again one epoch came to an end, yet again a new epoch began”, writes Stefan Zweig in “The World of Yesterday” about his experience of September 1, 1939. We have arrived at a similar moment in history that will define the “before” and “after” of our times.

Today the world seems out of joint. The Russian invasion of Ukraine in February brought full-scale war back to Europe. Terror bombing, atrocities, mass deportations: all these seemed to belong to the past. Suddenly they are part of our daily reality. The war plunged an already unsteady world into deeper uncertainty. Still grappling with the economic and public health consequences of the pandemic, we now face spiralling inflation driven by rocketing energy and food prices. The post-1989 period of hope and trust in liberal and democratic values has evaporated in a few short years.

How far-reaching will the effects of this historical turning point be? Democracy, social progress and the global security architecture are now all open to question. Western unity is showing signs of erosion from within. The Global South nurses a justified sense of grievance. The imbalance of political and economic power threatens new migration waves and political turmoil. Climate change disproportionately impacts on those least able to defend themselves. A new epoch demands new thinking. One critical element will be our ability to harness new technology to better manage the planetary challenges.

The Vienna Humanities Festival will be posing three fundamental questions.  What can we learn from history, and can philosophy help us navigate through these disturbing times? What can literature and the arts reveal to us about such epochal shifts? And what does it mean to be human in an age of ever accelerating technological change?

 

The Festival will bring together some of today’s brightest minds for an intense, absorbing weekend in which we navigate the seas of uncertainty to find answers in unexpected places.

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